Don DeLillo hat mich einmal mehr beeindruckt, er ist so unglaublich klug ... Ich bin sicher, dass ich dieses Werk nicht komplett verstanden habe; die Omega-Punkt-Theorie war mir bisher jedenfalls nicht bekannt und auch der Begriff Paroxysmus gehört nicht zu meinem aktiven Wortschatz.
In der Rahmenhandlung steht ein Mann im MoMA in New York und besucht Tag für Tag stundenlang die Videoinstallation "24 Hour Psycho", in der Hitchcocks "Psycho" in Zeitlupe, auf 24 Stunden Spielzeit verlangsamt, gezeigt wird. Die Schilderung dieses Mannes, seiner Gedanken und Beobachtungen ist phantastisch. DeLillos Stil brillant. In der Haupthandlung besucht ein junger Filmemacher den älteren Gelehrten Elster irgendwo in der Wüste ("südlich von Nirgendwo"). Finley möchte Elster zur Teilnahme an einem Filmprojekt überreden, die beiden reden und reden, Finleys Besuch dehnt sich aus. Dann kommt Elsters Tochter Jessie zu Besuch, eine etwas seltsame junge Frau, die von ihrer Mutter wegen eines Mannes aus New York in die Wüste geschickt wurde. Finley beginnt sich für Jessie zu interessieren und dann geschieht etwas Unfassbares ...
Die Haupt- und Rahmenhandlungen haben wichtige Berührungspunkte, das Ende der Geschichte bleibt offen. Es gibt ein paar Szenen und Beschreibungen, die mich sehr begeistert haben, z.B. die Charakterisierung Jessies und ihrer Sonderlichkeiten.
DeLillo wird schon länger als "heißer" Anwärter für den Nobelpreis für Literatur gehandelt und ich würde mich sehr freuen, wenn er ihn eines Tages bekäme. Verdient hat er ihn schon seit "Unterwelt"!

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen